Historie

Kueper

Kennen Sie Küper?

Ein Küper prüfte die eingehenden Waren auf Schäden sowie Güte und Zustand, verwog diese und zog Muster. Sie waren Spezialisten für bestimmte hochwertige Waren und hatten eine besondere Verantwortung gegenüber ihren Auftraggebern, da sie die Waren treuhänderisch bemusterten und einlagerten. In Hamburg nannte man diese Elite des Seegüterumschlags Quartiersleute, da sie immer zu viert erschienen. Heute existieren diese Bezeichnungen kaum noch – die Funktionen und Aufgaben sind aber geblieben. Die Berufe sind heute im Seegüterkontrolleur und in der Fachkraft für Hafen-/Lagerlogistik aufgegangen.

1930er

1930er Jahre

Berthold Vollers machte sich 1932 als Küper und Lagerist in der Hansestadt Bremen selbstständig. Er hatte durch seine Tätigkeit als Expedient umfangreiches Kaffeewissen und Kenntnisse der Hafen-, Zoll- und Warenabfertigung erworben. Das erste Lager befand sich im Packhaus Am Deich 57/58. Seinen ehemaligen Arbeitgeber Roselius & Co (Kaffee-HAG) nahm Berthold Vollers als ersten Kunden gleich mit und durfte ihn bedienen.

1940er

1940er Jahre

Im Zweiten Weltkrieg wurden fast alle Kaffeeimporte eingestellt und die Röster konnten kaum mehr rösten. Berthold Vollers diente im Krieg in der Marine und als er zurückkam, war seine Küperei Opfer des Krieges geworden. Er stand vor dem Nichts. Als Ende der 40er Jahre wieder Kaffee importiert wurde, ließ Berthold Vollers seine Firma erneut aufleben und mietete sich mit 325 m² im neuen Speicher I ein.

1950er

1950er Jahre

Berthold Vollers stellte 1952 den ersten kaufmännischen Mitarbeiter ein. Seine Küperei begann nun neben Kaffee auch mit dem Einlagern von Konserven.

1960er

1960er Jahre

Lüder Vollers trat 1962 in die Firma seines Vaters ein, welche zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Mitarbeiter hatte. Die Anschaffung des ersten eigenen LKWs 1965 war der Beginn des Aufbaus eines eigenen Fuhrparks. Mit der Übernahme der benachbarten Firma Friedrich A. Jantzen 1967 kam begehrte Lagerfläche mit in die Firma und ermöglichte weiteres Wachstum.

1970er

1970er Jahre

Im Jahr 1972 begann der Bau des Hauses 8 im Speicher III. Die Lagerfläche im Hafen vergrößerte sich damit auf 8.400 m² und die Anzahl der Vollers Mitarbeiter war zu diesem Zeitpunkt auf 50 angewachsen. Als Lüder Vollers 1978 alleiniger Firmeninhaber wurde, zog das weitere Firmenübernahmen nach sich. So steuerte die erworbene Firma Hermann Schwarze GmbH neben weiterer Lagerfläche vor allem Geschäft im Bereich Abwicklung und Lagerung von Wolle und Baumwollimporten bei.

Durch die zunehmende Verwendung von Containern sowie Fortschritte in der Linienschifffahrt, änderten sich auch die Abläufe für den Kaffeeumschlag. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, wurde 1979 Haus 9 im Speicher III mit eigener Palettisierungsanlage in Betrieb genommen.

1980er

1980er Jahre

Der Radius von Vollers erweiterte sich: 1980 entstand die Niederlassung Hamburg, in der sich zunächst ein Mitarbeiter um die Abwicklung von Kaffee kümmerte. 1982 gab es Grund zu feiern: Vollers wurde 50 Jahre alt. Mittlerweile hatte die Firma eine Belegschaft von 125 Mitarbeitern, davon zehn Auszubildende, eine Gesamtlagerfläche von 28.000 m² sowie 19 LKW. Die Vollers Dienstleistungen umfassten zu diesem Zeitpunkt zu fast 90 Prozent den Umschlag und die Lagerung von Rohkaffee. Andere Handelsgüter waren Wolle, Baumwolle sowie sogenannte Stückgüter wie Ostasienimporte und Markenartikel.

Im Laufe der Jahre änderte sich auch die Firmenbezeichnung: Hatte Berthold Vollers seine Firma noch Küperei und Lagerei genannt, so wurde daraus später die Spedition, und noch später, als die internationale Expansion voranschritt, eine internationale Spedition. Eine weitere sprachliche Veränderung sollte noch dazukommen: Im Zuge des immer größer werdenden internationalen Kundenkreises wurden aus den Waren sogenannte Commodities, das englische Wort für Waren oder Rohstoffe. Dieses fand auch seinen Platz in der offiziellen Firmenbezeichnung: Vollers Port & Commodity Logistics.

Durch Zukäufe anderer Mitbewerber konnte Vollers seine Marktpräsenz ausbauen und weitere Lagerflächen sowie Fachwissen sichern. 1983 wurde in Hamburg die Firma D.A. Homann übernommen, welche im Hamburger Hafen eine breite Palette an Gütern und Commodities abwickelte. Die Übernahme des Traditionsbetriebs Uhlmann Spedition 1984 in Bremen im Jahr vergrößerte die Kapazitäten ebenfalls.

Das Jahr 1987 war für das Kakaogeschäft von Vollers in Bremen von entscheidender Bedeutung. Bremen wurde als Andienungsplatz für die Londoner Börse LIFFE (heutzutage ICE Futures Europe) anerkannt. Jahrelange Vorarbeit sowie ausgeprägte Produktkenntnisse hatten dies ermöglicht.

1990er

1990er Jahre

Anfang der 90er Jahre übernahm Vollers weitere Firmen in Bremen und Hamburg. Die größte und entscheidende Übernahme fand 1993 statt, als Vollers die Kaffee-Lagerei Bremen kaufte. Da Kaffee zunehmend in Bulk anstatt in Säcken verschifft wurde, war eine Siloanlage notwendig. Die Kaffee-Lagerei verfügte zu dem Zeitpunkt über eine solche Anlage und brachte Vollers erhebliche Vorteile im künftigen Kaffee-Geschäft.

Gleichzeitig expandierte Vollers auch in West- und Osteuropa. 1993 wurde die SIA Vollers Riga in Lettland gegründet, 1995 kam die Niederlassung Vollers Belgien im Hafen von Antwerpen hinzu und 1997 der Standort Rotterdam in den Niederlanden. Um die Firmenstruktur für die Folgejahre übersichtlicher zu machen, wurde Mitte der 90er Jahre ein Großteil der übernommenen Einzelfirmen in der Berthold Vollers GmbH zusammengefasst.

2000er

2000er Jahre

Christian Vollers trat 2001 in die Firma seines Vaters ein und wurde 2006 Geschäftsführer. Auch im neuen Jahrtausend wuchs Vollers stetig weiter. 2003 kam der Standort Amsterdam in den Niederlanden dazu, 2004 Tallinn in Estland, 2005 Triest in Italien und 2007 Moskau in Russland. Im Jahre 2009 fand eine Neustrukturierung statt – alle Firmen wurden in der Vollers Group GmbH zusammengefasst.

2010er

2010er Jahre

Christian Vollers wurde 2013 alleiniger Inhaber der Vollers Gruppe. In 2014 kam der Standort Genua in Italien hinzu. Ein besonderer Höhepunkt für Vollers war der Bau und die Einweihung des hochmodernen Lagers für Bulk-Kakao Oosterweel 1000 in Antwerpen im Jahr 2014. Der Vorteil: Die Ein- und Auslagerungsprozesse, das Verwiegen und Bemustern laufen vollautomatisch ab.

Mittlerweile besteht die Geschäftsleitung der Vollers Gruppe aus vier Direktoren: Lüder und Christian Vollers sowie Michael Balmes und Matijs Brand. Die Vollers Gruppe hat mittlerweile zehn Standorte in West-, Mittel- und Osteuropa mit einer Gesamtlagerfläche von über einer halben Million Quadratmetern und ist Arbeitgeber für 320 Mitarbeiter.