Der LKW wird smart: Fünf neue Mercedes Actros gehen bei Vollers Bremen in den Betrieb. Zwölf weitere in Antwerpen. Ein Fahrzeug, dessen Design sich auf den ersten Blick wenig von der Vorgängerbaureihe unterscheidet. Beim zweiten Hinsehen fällt aber eine wesentliche Veränderung ins Auge: Hauptspiegel und Weitwinkelspiegel sind durch eine serienmäßige Mirrorcam (dt. Spiegelkamera) ersetzt worden.

Anstelle der Spiegelgehäuse sitzen seitlich schmale Ausleger, in denen Kameras untergebracht sind. Diese sorgen nicht nur dafür, dass sich die Aerodynamik des LKW erheblich verbessert, sie bieten auch eine bessere Rundumsicht, als die konventionellen Spiegelsysteme. Die Bilder der Mirrorcams werden auf zwei 15 Zoll große Displays an den A-Säulen im Fahrerhaus übertragen. Eine Besonderheit dabei ist, dass bei Kurvenfahrten das Bild des kurveninneren Displays mitschwenkt und der Fahrer so den kritischen Bereich immer im Blick hat.

Die Arbeit des Fahrers soll auch das neue Multimedia-Cockpit erleichtern. Dabei dienen zwei serienmäßige interaktive Bildschirme als zentrale Informationsquelle im digitalen Fahrerarbeitsplatz. Neben den herkömmliche Informationen werden hier auch die Anzeigen der Assistenzsysteme dargestellt.

 

Bremsassistent mit Personenerkennung

Als weitere Funktion, um den Fahrer zu unterstützen, bringt Mercedes-Benz das teilautomatisierte Fahren in Serie: Der neue Active Drive Assist kann bremsen, Gas geben und lenken. Das System bietet teilautomatisiertes Fahren nicht nur in Teil-, sondern in allen Geschwindigkeitsbereichen.

Mehr Sicherheit verspricht auch der Active Brake Assist 5. Dieser greift ein, wenn ein Auffahrunfall oder eine Kollision mit einer querenden, entgegenkommenden oder in der eigenen Spur laufenden Person droht – im Bedarfsfall auch mit einer automatischen Vollbremsung. Neu ist, dass der Active Brake Assist 5 jetzt mit einer Kombination aus Radar- und Kamerasystem arbeitet. Damit kann das System den Raum vor dem Fahrzeug noch besser überwachen und auch auf Personen reagieren.

Doch bei aller Technik: Der Fahrer wird nicht entmündigt, er trägt weiterhin die volle Verantwortung für das Verkehrsgeschehen.

 

Drei bis fünf Prozent Spritersparnis

Und was bringt das Upgrade in Sachen Verbrauch? Der neue Actros soll im Vergleich zum Vorgänger auf der Autobahn um bis zu drei Prozent weniger Diesel benötigen. Im Überlandverkehr sollen es sogar bis zu fünf Prozent Ersparnis sein. Maßgeblich dafür sind nach Aussagen des Herstellers die aerodynamischen Verbesserungen, aufgrund des Umstiegs auf die Mirrorcam, in Verbindung mit den neuen Endkantenklappen. Die intelligente Tempomat-und Getriebesteuerung Predictive Powertrain Control (PPC) arbeitet zudem noch einmal deutlich effizienter und ist dank erweitertem Kartenmaterial jetzt auch auf Überlandstrecken einsetzbar. Außerdem kommen neue kraftstoffsparende Hinterachsübersetzungen zum Einsatz.